Anna Till

Kollaboration in performativen Praktiken

Für ihr Stück „Abecedarium Bestiarium“ (2013) hat die Choreografin Antonia Baehr ihre Freunde und Freundinnen eingeladen, kurze Texte oder Kompositionen für sie zu schreiben, die auf einem ABC ausgestorbener Tiere basieren: D steht für Dodo, einen flugunfähigen Vogel, S steht für die Stellersche Sehkuh und W für das Wondiwoi-Baumkänguru. Die vielfältige Auswahl an Tiermetaphern und die persönlichen Notationen bilden das choreografische Material für ihr Stück und reflektieren die Beziehungen zwischen Autor*in, ausgewählten Tieren und der Performerin Antonia Baehr. Die eigenwilligen und zugleich humorvollen Inszenierungen Baehrs sind stets auch ein Spiel mit Identitäten, Zuschreibungen und klassischen Repräsentationsstrukturen. Wiederkehrendes Merkmal in ihren künstlerischen Arbeiten ist die Kooperation und Kollaboration mit verschiedenen Künstler*innen und Partner*innen über alle künstlerischen Grenzziehungen hinweg. Ausgehend von Baehrs Arbeit „Abecedarium Bestiarium“ wollen wir uns in diesem Workshop mit Methoden und Strategien von künstlerischen Kollaborationen und von kollektiven Austausch-, Aneignungs- und Arbeitsprozessen beschäftigen. In praktischen, performativen Übungen und anhand von Video- und Textmaterial werden dabei Fragen nach Identität und Autorschaft sowie der Beziehung zwischen Publikum und Performer*in näher verfolgt.