Anna Till

„Interventionen zu Mary Wigman“ ist eine künstlerisch gestaltete Stadtrundfahrt von der Villa Wigman über das Festspielhaus Hellerau, das Deutsche Hygienemuseum Dresden, die Palucca Hochschule für Tanz mitten durch die Stadt.
Die Akteur*innen aus der Dresdner Tanzszene zeigen bewegte, künstlerische Interventionen im öffentlichen Raum, um Orte, die wesentlich für die Tanzkünstlerin Mary Wigman waren, sinnlich wahrnehmbar zu machen und in der kulturellen Landschaft der Stadt neu zu markieren. Sie werden für das Publikum erlebbar im Vorbeifahren oder an Stationen direkt vor Ort.

Stadt
Dramaturgisch breitet sich die etwa dreistündige Route sinnfällig wie von selbst über das Stadtgebiet aus: Start ist die VILLA WIGMAN, von wo aus es zuerst nach Norden geht, zu Wigmans ersten Berührungspunkten mit Dresden. Am FESTSPIELHAUS HELLERAU war sie Schülerin bei Emile Jaques-Dalcroze, der eine pädagogisch-künstlerische Methode lehrte, die die rhythmisch-musikalische Erziehung des Körpers in den Mittelpunkt stellte. Den südlichsten Punkt der Stadtrundfahrt bildet die PALUCCA HOCHSCHULE FÜR TANZ DRESDEN, wo eine der ersten Schülerinnen von Wigman, Gret Palucca, ihre eigene Schule gründete. Die VILLA WIGMAN bildet dann auch den Abschluss der Rundfahrt.

Erinnerung
Für Stadt.Erinnerung.Kultur – Interventionen zu Mary Wigman entwerfen die Akteur*innen  künstlerische Interventionen im Stadtraum, um Orte, die wesentlich für die Tanzkünstlerin waren, sinnlich wahrnehmbar zu machen und in der kulturellen Landschaft der Stadt neu zu markieren. Dabei werden die Künste Tanz, Performance, Fotografie, Musik, Architektur und Video vermittelnd einbezogen. Für die künstlerische Stadtrundfahrt bildet die Ikone des Ausdruckstanzes inhaltlich – und ihre Dresdner Schule Villa Bautzner Straße 107 auch geografisch – den Mittelpunkt der Auseinandersetzung.

Kultur
Die Zuschauer*innen werden mit einem Bus zu verschiedenen Orten geleitet, die mit Wigman verbunden sind und an denen künstlerisch Motive und Themen ihrer Arbeit und Biografie sicht- und erlebbar gemacht werden. Ein Reiseleiter moderiert im Bus für die Zuschauer*innen diese Interventionen, informiert zu inhaltlichen Fakten und schafft selbst Interaktionen. An einigen Orten lädt er die Zuschauer*innen zum Aussteigen und zum unmittelbaren Erleben bild- wie tanzkünstlerischer Sequenzen ein, an anderen Orten werden bewegte Installationen im Vorüberfahren wahrgenommen.


Interventionen - Stationen

VILLA WIGMAN  Empfang und Abfahrt - Heike Zadow, Rebecca Jakob, Florian Mayer (Violine)

Hellerau Gartenstadt  Rhythmik und Körper - Liang Zhu und ca. 10 Kinder und Eltern der Rhythmikklasse

HELLERAU – Festspielhaus  Bewegungschor und Körper - Katja Erfurth, Sascha Mock (Percussion) und ca. 20 Studierende der Hochschule für Musik Dresden

Bahnhof Neustadt  Objekt und Körper - Helge Meyer, Isolde Matkey und ca. 20 Workshopteilnehmer

Postplatz, ehemaliges Palasthotel  Erinnerung und Körper - Jule Oeft, Yamile Navarro, Seraphine Detscher

Deutsches Hygiene-Museum  Bewegung und Körper - Olimpia Scardi, Friederike Seeßelberg (Cello), ca. 10 Studierende der TU Dresden

Georg-Arnhold-Bad  Architektur und Körper - Johanna Roggan, Josefine Wosahlo, Chiara Detscher, Kristin Mente, Amy Schönheit, Demian Kappenstein (Musik)

Großer Garten  Natur und Körper - Elena Cencetti und ca. 10 Tänzer*innen des HSKD

Palucca Hochschule für Tanz Dresden  Ausbildung und Körper  - Wiebke Bickhardt

Wohnhaus und Atelier der Fotografin Charlotte Rudolph  Abbild und Körper - Anna Till, Barbara Lubich

Albertplatz, ehemaliges Alberttheater  Exzess und Stille - Nora Otte, Emil Borgeest, Tommaso Tezzele, Steffi Rehberg (Ausstattung und Maskenbau)

VILLA WIGMAN  Ankunft und Ausklang - Heike Zadow, Rebecca Jakob, Florian Mayer (Violine)