Anna Till

Susan Schubert und Anna Till bespielen die Empfangshalle und das Inventar des Deutschen Hygienemuseums in einer tänzerischen Improvisation. Nach dem Prinzip "Ich packe meinen Koffer und tue hinein…" bilden die Tänzerinnen einen Parcours aus Bewegungen, die Stück für Stück aufeinander aufbauen. Die Bewegungen bestehen aus tänzerischen und alltäglichen Gesten und Aktionen (wie: Nase rümpfen, Haare aus dem Gesicht streichen, sich bücken um etwas aufzuheben usw.), die in der Wiederholung und besonderen Aneinanderreihung ihre ursprüngliche Bedeutung verändern oder gar verlieren. Die Haltungen und unbewussten Bewegungen der Zuschauer werden in den Tanz einbezogen. Die Improvisation bewegt sich durch die umherstehenden und sitzenden Zuschauer, wer jede Bewegung sehen möchte muss dem Parcours folgen.

Während Ich packe meinen Körper... wird das Publikum Zeuge eines Transformationsprozesses, der zwei Menschen in die unterschiedlichsten Situationen und Positionen bringt. Bühnenbild der Performance sind die Gegenstände des Museums, die ständiges Mobiliar der Ausstellungen sind und dem Publikum während des Ausstellungsbetriebs als Hilfsmittel in Form von Wegweisern, Sitzgelegenheiten oder Lampen dienen. All die Gegenstände des Museums, die nicht als Kunst ausgewiesen sind, werden Teil des Geschehens und in den Bewegungsablauf der Tänzerinnen einbezogen. Ein Spiel mit Zweckverschiebung und Irritationen beginnt.