Anna Till

Die Jahresreihe im Studio des Heidelberger Kunstvereins widmet sich in acht Ausstellungen der Methode des Gesprächs und Interviews - dem Sprechen und Zuhören. Das Interview, abgeleitet vom französischen Wort "entrevoir", bedeutet "sich kurz sehen". Es ist eine Technik, die im 18. Jahrhundert als journalistisches Verfahren entwickelt wurde. Das Gespräch ist eine der wichtigsten Grundlagen zahlreicher Disziplinen der Forschung und Wissensvermittlung. Dennoch ist mit dem Medium eine Ambivalenz verbunden, da die Bühnen für das Gespräch oftmals künstlich generierte Räume sind, die zum Teil auf fraglichen Rollenaufteilungen aufbauen. Die Reihe widmet sich dem fragenden Künstler. Welche Porträts entstehen, wenn ein Gespräch geführt wird? Ist es ein Porträt der Person vor oder derjenigen hinter dem Mikrofon, bzw. der Kamera? Wird das Gespräch autoritativ oder integrativ geführt? Ist der Befragte bloßer Informant oder wird er als Persönlichkeit wahrgenommen? Und was ist zu beobachten, wenn Künstler diese Methode anwenden oder sie integraler Bestandteil ihrer künstlerischen Praxis ist? Diese und andere Fragen möchten wir in der Jahresreihe, die den Auftakt zum Themenkomplex der künstlerischen Forschung bildet, untersuchen.